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Messie-Wohnung entrümpeln lassen: Ablauf, Diskretion, Kosten

Eine stark vermüllte Wohnung wird mit Schutzausrüstung geräumt, diskret und möglichst ohne Container vor der Tür. Nach der Räumung folgen Grobreinigung und Desinfektion. Die Richtwerte liegen je nach Größe und Zustand zwischen 1.200 und 5.500 Euro, den verbindlichen Preis gibt es nach der Besichtigung.

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Vorweg: Sie müssen sich nicht entschuldigen

Viele entschuldigen sich zuerst. Das ist nicht nötig. Ich bewerte keinen Zustand. Mich interessiert nur, wie die Wohnung wieder in Ordnung kommt.

Hinter einer vermüllten Wohnung steckt fast immer etwas anderes: eine Depression, ein Verlust, eine Krankheit, eine Überforderung, die niemand von außen gesehen hat. Das Ausräumen löst das nicht, aber es nimmt einen Teil des Drucks weg.

Wie die Diskretion konkret aussieht

Diskretion ist bei diesem Thema wichtiger als der Preis. Deshalb ist sie bei mir kein Zusatz, sondern Teil der Leistung.

  • Ich komme in normaler Arbeitskleidung, nicht in auffälliger Schutzmontur auf der Straße.
  • Wenn es sich vermeiden lässt, steht kein Container vor der Tür.
  • Nachbarn gegenüber wird nichts gesagt, auch nicht auf Nachfrage.
  • Auf Wunsch arbeite ich früh, abends oder am Samstag, wenn weniger Betrieb im Haus ist.

So läuft die Räumung ab

  1. Besichtigung, kurz und ohne KommentarIch sehe mir die Räume an, schätze Menge und Aufwand ein und frage, ob etwas gesucht werden soll, etwa Papiere, Fotos oder Schmuck. Das dauert selten länger als zwanzig Minuten.
  2. Festpreis schriftlichSie bekommen den Preis schriftlich. Was an Zusatzarbeiten nötig ist, etwa eine Schädlingsbekämpfung, benenne ich offen und getrennt, statt es unterzumischen.
  3. Räumung mit SchutzausrüstungBei Geruch, Feuchtigkeit oder Ungeziefer arbeite ich mit Schutzanzug und Atemschutz. Persönliche Unterlagen werden dabei getrennt gesammelt, nicht mit weggeworfen.
  4. Grobreinigung und LüftenNach der Räumung wird grob gereinigt, betroffene Flächen werden desinfiziert und die Wohnung durchgelüftet. Für eine Grundsanierung oder Kammerjägerbehandlung vermittle ich Ihnen einen Fachbetrieb.

Was es kostet

Eine stark vermüllte Wohnung kostet mehr als eine normale. Das liegt an drei Dingen: Es dauert länger, es fällt mehr Restmüll statt verwertbarem Material an, und Schutzausrüstung sowie Grobreinigung kommen hinzu.

Die Richtwerte liegen zwischen 1.200 Euro für eine kleine Wohnung und 5.500 Euro für eine große in schlechtem Zustand. Verwertbares gibt es hier selten, die Wertanrechnung fällt also meist gering aus. Wo genau Ihr Fall liegt, sage ich Ihnen nach der Besichtigung.

Wer die Kosten trägt

Grundsätzlich der Mieter, die Erben oder bei einer Betreuung das Vermögen des Betreuten. Bei Bedürftigkeit kommt eine Kostenübernahme durch das Sozialamt in Betracht, dafür muss der Antrag aber vor der Räumung gestellt sein.

Häufig lohnt sich auch ein Gespräch mit dem Vermieter. Wenn ohnehin saniert werden muss, beteiligen sich manche an den Kosten, weil eine geräumte Wohnung schneller wieder vermietbar ist.

Wenn Sie für einen Angehörigen anrufen

Oft rufen nicht die Betroffenen selbst an, sondern Kinder, Geschwister oder Nachbarn. Das ist eine schwierige Lage, denn ohne Einverständnis der Person, die dort wohnt, darf niemand räumen, auch die Familie nicht.

Wenn die Person zustimmt, hilft es, sie in die Entscheidungen einzubeziehen: Was darf bleiben, was kommt weg, in welcher Reihenfolge. Wer über den Kopf der Betroffenen hinweg räumt, erlebt oft, dass sich die Wohnung innerhalb eines Jahres wieder füllt.

Liegt eine gesetzliche Betreuung vor, entscheidet der Betreuer im Rahmen seines Aufgabenkreises. Ohne Betreuung und ohne Einverständnis bleibt nur das Gespräch, notfalls mit Unterstützung durch den Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises oder eine Beratungsstelle.

Was danach hilft, damit es so bleibt

Die Räumung ist ein Anfang, keine Lösung. Was erfahrungsgemäß hilft, damit es nicht wieder kippt:

  • Eine Beratungsstelle oder therapeutische Begleitung. Vermüllung hat fast immer eine Ursache, die vom Ausräumen nicht verschwindet.
  • Regelmäßige, kleine Termine statt eines großen Kraftakts, etwa eine Stunde in der Woche mit jemandem zusammen.
  • Ein fester Ansprechpartner in der Familie oder Nachbarschaft, der ohne Vorwurf nachfragt.
  • Beim Sozialpsychiatrischen Dienst des Märkischen Kreises nachfragen, welche Angebote es vor Ort gibt.

Was mit der Wohnung danach passiert

Nach der Räumung zeigt sich erst, in welchem Zustand die Wohnung wirklich ist. Häufig sind Bodenbeläge nicht zu retten, manchmal auch Tapeten und Silikonfugen. Gelegentlich hat Feuchtigkeit den Estrich erreicht.

Was davon nötig ist, sage ich Ihnen nach dem Ausräumen offen, auch wenn ich es nicht selbst mache. Bodenbeläge entferne ich mit, für Sanierung, Schimmelbeseitigung und Schädlingsbekämpfung vermittle ich Ihnen einen Fachbetrieb.

Für Mieter ist das der Punkt, an dem das Gespräch mit dem Vermieter sinnvoll ist. Wenn ohnehin renoviert werden muss, lässt sich manches verbinden.

Was bei der Besichtigung wirklich passiert

Die eigentliche Hürde ist oft nicht die Räumung, sondern der Moment, in dem zum ersten Mal jemand Fremdes die Wohnung sieht. Deshalb hier ehrlich, was dabei geschieht und was nicht.

Ich gehe durch die Räume, soweit es geht, schaue mir an, wie voll es ist und wie der Weg nach draußen aussieht, und schätze die Menge. Ich fasse dabei nichts an, öffne keine Schränke und mache keine Fotos, wenn Sie das nicht ausdrücklich wollen. Es gibt keine Kommentare zum Zustand, weder mitfühlende noch andere.

Was ich frage: ob etwas gesucht werden soll, ob es Tiere gibt, ob mit Ungeziefer zu rechnen ist und ob die Nachbarn etwas mitbekommen dürfen. Das sind praktische Fragen, keine Bewertung.

Wenn Ihnen selbst das zu viel ist, geht auch der Weg über Fotos. Sie schicken mir Bilder, ich nenne Ihnen eine Spanne, und wir sehen uns erst am Räumungstag. Das ist nicht so genau, aber es ist besser, als die Sache weiter aufzuschieben.

Lieber gleich über Ihren Fall sprechen?

Ein Anruf genügt, und Sie müssen dabei nichts erklären, was Sie nicht erklären wollen.

Häufige Fragen

Muss ich bei der Räumung dabei sein?

Nein, und die meisten möchten es auch nicht. Ein Schlüssel und eine telefonisch erreichbare Person genügen mir. Auf Wunsch schicke ich Fotos vom Zwischenstand, damit Sie den Überblick behalten, ohne die Wohnung betreten zu müssen.

Was passiert, wenn Ungeziefer da ist?

Dann sage ich Ihnen das offen und arbeite mit Schutzanzug und Atemschutz. Die Räumung ist der erste Schritt, die Behandlung der zweite. Dafür vermittle ich einen Fachbetrieb, statt so zu tun, als wäre es mit dem Ausräumen erledigt.

Werden Wertsachen und Papiere gefunden?

Ja, danach wird gezielt gesucht, wenn Sie es sagen. Ausweise, Sparbücher, Versicherungsunterlagen, Schmuck und Fotos werden getrennt gesammelt und Ihnen übergeben. In vermüllten Wohnungen taucht so etwas regelmäßig auf, oft an unerwarteten Stellen.

Wie lange dauert es?

Eine kleine vermüllte Wohnung etwa zwei Tage, eine große mit starkem Befall auch drei bis vier. Länger als bei einer normalen Räumung, weil sortiert und geschützt gearbeitet wird und die Grobreinigung dazukommt.

Erfährt die Hausverwaltung davon?

Von mir nicht. Ich brauche allenfalls eine Halteerlaubnis oder Zugang zum Aufzug, dafür nenne ich keinen Grund. Wenn die Hausverwaltung selbst der Auftraggeber ist, sieht die Lage naturgemäß anders aus.

Lieber gleich über Ihren Fall sprechen?

Wenn Sie zur Räumung einer Messie-Wohnung noch etwas wissen möchten oder gleich ein Angebot brauchen: Rufen Sie an oder schicken Sie mir ein paar Fotos. Die Besichtigung kostet nichts.

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