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Entrümpelung selbst machen oder beauftragen?

Selbst entrümpeln lohnt sich, wenn die Menge überschaubar ist, Sie Helfer und ein Fahrzeug haben und keine Frist drückt. Bei einer ganzen Wohnung, oberen Etagen ohne Aufzug, einem festen Übergabetermin oder wenn Sie nach einem Todesfall Abstand brauchen, ist ein Betrieb oft die entlastendere Wahl. Den Ausschlag geben selten die Kosten allein, sondern Zeit, Kraft und die Frage, wohin mit allem.

Stand:

Die ehrliche Antwort vorweg

Ich lebe von Räumungen und rate trotzdem nicht jedem dazu. Ein Kellerabteil, eine Garage mit ein paar Regalen oder ein einzelnes Zimmer schaffen viele mit ein oder zwei Helfern gut selbst. Dafür eine Firma zu holen, ist oft mehr Aufwand als Nutzen.

Bei einer ganzen Wohnung kippt die Rechnung häufig. Die Arbeit steckt dann an Stellen, die man vorher nicht sieht: im Treppenhaus, am Wertstoffhof, beim Sortieren und in den Wochen, die dafür draufgehen.

Selbst machen oder beauftragen: der Vergleich

PunktSelbst machenBetrieb beauftragen
ZeitIhre eigene, meist verteilt auf Feierabende, Wochenenden oder UrlaubstageSie vereinbaren einen Termin und geben den Schlüssel
HelferLeute, die kräftig anpacken und am selben Tag Zeit habenPlant der Betrieb ein
FahrzeugTransporter mieten, Führerschein und Parkplatz klären, mehrere Fahrten einplanenFahrzeug und Fahrten gehören zum Auftrag
TragenJedes Stück durchs Treppenhaus, Schränke vorher abbauenÜbernimmt der Betrieb, auch aus oberen Etagen
SortierenHolz, Metall, Elektro, Schadstoffe, Papier und Restmüll trennen Sie selbstDer Betrieb sortiert und bringt jede Sorte zur passenden Stelle
EntsorgungSperrmüllabfuhr und Wertstoffhof, beide mit Mengengrenzen und festen ZeitenÜber zugelassene Annahmestellen, mit schriftlichem Nachweis
ÜbergabeFegen und den Termin mit dem Vermieter selbst organisierenBesenreine Übergabe ist Teil des Auftrags
KostenfaktorenTransportermiete, Kraftstoff, Container, Gebühren über der Freimenge, Verpflegung, UrlaubstageFestpreis nach Besichtigung, Verwertbares kann ihn senken

Was beim Selbermachen unterschätzt wird

Die Menge. Eine eingerichtete Wohnung wirkt bewohnt ordentlich, ausgeräumt füllt sie oft mehr als eine Transporterladung. Dazu kommt, was in Schränken, Kellerregalen und auf dem Dachboden liegt.

Die Entsorgungswege. Wertstoffhöfe nehmen in der Regel nur haushaltsübliche Mengen an, die Bringhöfe des Zweckverbands für Abfallbeseitigung nennen als Richtwert 75 Kilogramm oder einen Kubikmeter. Die Sperrmüllabfuhr hat eigene Grenzen und Termine, Elektrogroßgeräte brauchen vielerorts eine getrennte Anmeldung, Lacke und flüssige Farbreste gehören zum Schadstoffmobil, eingetrocknete Dispersionsfarbe darf in den Restmüll. Wer eine ganze Wohnung leert, fährt also nicht einmal zum Hof, sondern oft.

Der Container. Er braucht einen Stellplatz, auf der Straße in der Regel mit Genehmigung der Stadt. Elektrogeräte und Schadstoffe dürfen trotzdem nicht hinein.

Fristen bei Mietwohnungen

Bei einer Mietwohnung bestimmt der Übergabetermin das Tempo, nicht Ihre Freizeit. Bis dahin muss die Wohnung leer und besenrein sein. Wer nicht rechtzeitig räumt, riskiert, dass der Vermieter für die Zeit danach weiter Geld verlangt.

Planen Sie deshalb rückwärts: vom Übergabetag aus die Sperrmülltermine Ihres Ortes, die Öffnungszeiten des Wertstoffhofs und die Tage, an denen Ihre Helfer wirklich können. Nach einem Todesfall gilt ein Sonderkündigungsrecht mit gesetzlicher Frist, Einzelheiten stehen im Ratgeber zur Wohnungsauflösung nach einem Todesfall.

Die körperliche Seite

Ein Kleiderschrank aus Massivholz, eine Waschmaschine, ein Schlafsofa: Solche Stücke tragen zwei Personen nur mit Mühe durch ein enges Treppenhaus. Wer das selten macht, unterschätzt, wie sehr es auf Rücken und Knie geht und wie schnell ein Türrahmen beschädigt ist.

Arbeitshandschuhe, feste Schuhe, Sackkarre und Tragegurte gehören dazu. Ist die Wohnung stark verschmutzt oder vermüllt, braucht es Schutzausrüstung, und spätestens da rate ich zu einem Betrieb.

Die emotionale Seite nach einem Todesfall

Die Wohnung der Mutter oder des Vaters auszuräumen, ist keine Umzugsarbeit. Jede Schublade stellt eine Frage, und viele merken erst dabei, wie viel Kraft das kostet. Das ist kein Zeichen von Schwäche.

Klären Sie vorher, ob das Erbe angenommen wird, denn wer räumt, kann damit rechtlich Tatsachen schaffen. Viele Familien wählen dann einen Mittelweg: Fotos, Papiere und Erinnerungsstücke holen sie selbst heraus, in Ruhe und ohne fremde Leute. Den Rest übernimmt ein Betrieb.

Checkliste: Wenn Sie selbst entrümpeln

  1. Alle Räume ehrlich ansehenKeller, Dachboden, Garage, Balkon und Gartenhaus zählen mit. Schätzen Sie die Menge lieber großzügig.
  2. Vom Übergabetag rückwärts planenÜbergabe, Sperrmülltermine, Hofzeiten und die Tage Ihrer Helfer gehören in einen Kalender.
  3. Papiere und Wertsachen sichernUrkunden, Verträge, Fotos, Schmuck und Schlüssel kommen zuerst in eine eigene Kiste, die Sie mitnehmen.
  4. Verkaufen und Verschenken früh anstoßenKleinanzeigen und Sozialkaufhäuser brauchen Vorlauf. Was bis zur Räumung keinen Abnehmer findet, geht in die Entsorgung.
  5. Entsorgungswege klärenSperrmüll und Elektrogroßgeräte anmelden, Termin des Schadstoffmobils heraussuchen, beim Wertstoffhof nach Mengen fragen. Wie das je Ort geht, steht im Ratgeber zum Sperrmüll im Märkischen Kreis.
  6. Helfer, Fahrzeug und Werkzeug festmachenTransporter rechtzeitig reservieren, Parkplatz freihalten, Akkuschrauber, Sackkarre, Kartons und stabile Säcke bereitlegen.
  7. Anschlüsse nicht selbst lösenHerd, Durchlauferhitzer oder Gasgeräte trennt eine Fachkraft ab, nicht der Helfer mit dem Schraubenzieher.
  8. Übergabe vorbereitenFegen, Zählerstände mit Foto festhalten, Schlüssel zählen und das Protokoll gemeinsam mit dem Vermieter ausfüllen.

Wann sich ein Betrieb lohnt

  • Eine ganze Wohnung oder ein Haus muss leer werden, nicht nur ein Raum.
  • Die Wohnung liegt in einer oberen Etage ohne Aufzug.
  • Ein Übergabetermin steht fest und lässt wenig Luft.
  • Sie wohnen weit weg und können nicht mehrere Wochenenden anreisen.
  • Es fehlen Helfer, Fahrzeug oder die körperliche Kraft.
  • Neben Möbeln fallen Elektrogeräte, Farben, Chemikalien oder Bauschutt an.
  • Vermieter, Betreuer oder Erben verlangen einen Entsorgungsnachweis.
  • Es ist die Wohnung eines Menschen, der Ihnen nahestand.

Ein Mittelweg geht fast immer. Sagen Sie mir bei der Besichtigung, was Sie selbst erledigen möchten, dann rechne ich nur den Rest.

Kosten: worauf es wirklich ankommt

Beim Selbermachen sind die Kosten verstreut und leicht zu übersehen: Transporter und Kraftstoff, eventuell ein Container samt Genehmigung, Gebühren über der kostenlosen Menge, Verpflegung für die Helfer und die Urlaubstage, die Sie dafür nehmen. Dazu kommt das Risiko von Schäden im Treppenhaus.

Beim Betrieb entscheiden Menge, Zugang und Etage über den Preis, und was sich noch verkaufen lässt, rechne ich an. Außerdem lässt sich bei einem Auftrag unter bestimmten Bedingungen der Arbeitsanteil nach § 35a EStG steuerlich geltend machen, Ihre eigene Arbeit dagegen nicht. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber zum Absetzen einer Entrümpelung bei der Steuer.

Unsicher, ob Sie es selbst schaffen?

Dann lassen Sie mich kostenlos draufschauen. Nach der Besichtigung haben Sie einen schriftlichen Festpreis und können ihn in Ruhe gegen Ihren eigenen Aufwand abwägen.

Häufige Fragen

Kann ich eine Wohnung allein entrümpeln?

Kleine Mengen ja, eine ganze Wohnung allein kaum. Schränke, Sofas und Waschmaschinen brauchen mindestens zwei Personen, schon wegen der Sicherheit im Treppenhaus.

Was brauche ich, um eine Haushaltsauflösung selbst zu machen?

Helfer, einen Transporter oder Container, Werkzeug zum Abbauen, Handschuhe und feste Schuhe, angemeldete Sperrmüll- und Elektrotermine und genug Luft bis zur Übergabe. Dazu jemanden, der entscheidet, was bleibt und was geht.

Lohnt sich eine Entrümpelungsfirma?

Bei einer ganzen Wohnung, oberen Etagen ohne Aufzug, einer festen Frist oder gemischten Abfällen meist ja, bei einem Kellerabteil oder einzelnen Möbeln meist nicht. Ein schriftlicher Festpreis nach der kostenlosen Besichtigung zeigt, ob es sich für Ihren Fall rechnet.

Nimmt der Wertstoffhof alles an, was ich bringe?

Nein. Die Höfe nehmen in der Regel nur haushaltsübliche Mengen an, Bauschutt oft nur gegen Gebühr und Schadstoffe nicht an jedem Hof. Fragen Sie vor der ersten Fahrt nach, was und wie viel angenommen wird.

Kann ich einen Teil selbst machen und den Rest beauftragen?

Ja, und für viele ist das ein guter Weg. Sie holen heraus, was Ihnen wichtig ist, und ich räume den Rest. Wochenlanges Vorsortieren lohnt sich dagegen kaum, weil es am Preis wenig ändert.

Kann ich die Entrümpelung von der Steuer absetzen?

Wenn Sie einen Betrieb beauftragen, unter bestimmten Bedingungen den Arbeitsanteil nach § 35a EStG. Ihre eigene Arbeit und ein gemieteter Transporter zählen nicht. Die Voraussetzungen stehen im Ratgeber zum Absetzen einer Entrümpelung bei der Steuer.

Lieber gleich über Ihren Fall sprechen?

Wenn Sie zur Frage, ob Sie selbst räumen oder beauftragen, noch etwas wissen möchten oder gleich ein Angebot brauchen: Rufen Sie an oder schicken Sie mir ein paar Fotos. Die Besichtigung kostet nichts.

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